Po*ro*si*tät

Substantiv, feminin [die]

poröse Beschaffenheit

Ganz ehrlich, die richtige Lockenpflege für sich zu finden scheint wie eine Wissenschaft für sich. Schließlich gibt es einige unterschiedliche Multiplikatoren, die man berücksichtigen kann: und zusätzlich sollte, wie die Dichte, Dicke und der Lockentyp. Die Porosität gehört wohl aber, laut vieler Experten, noch vor allen anderen zu den wichtigsten Elementen.

Und tatsächlich – Die Porosität zu kennen kann eine kleine Welt für unsere Wellen, Locken und Krause eröffnen.

Oft – aber nicht immer! – haben die Lockentypen im 3c – 4c Bereich niedrige Porosität, während die 2 – 3b Lockentypen hohe Porosität haben. In diesem Beitrag möchten wir dir zeigen, was Porosität bedeutet und wie du sie feststellen kannst. Damit du a) die passenden Haarpflegeprodukte aussuchen kannst und b) die Pflegeroutine einfacher auf dich abstimmen kannst.

1. Was bedeutet Porosität eigentlich und welche Haarporosität Typen gibt es?

Porosität sagt aus, wie gut dein Haar Feuchtigkeit aufnehmen und speichern kann. Bei deiner Porosität handelt es sich um die Beschaffenheit/Beschreibung der Schuppenschicht, die dein einzelnes Haar umgibt.

Ein wichtiger Schritt, um die richtigen Lockenpflege-Produkte zu finden, ist die Bestimmung der Haarporosität. Dadurch erfahrt ihr, welche Pflegeroutine und Pflegeprodukte eure Haare brauchen. Mit der Haarporosität wird der Zustand der Schuppenschicht der Haare (Haarkutikula) beschrieben. Sie bestimmt, wie viel Feuchtigkeit das Haar aufnehmen und behalten kann.

Je nachdem, wie weit diese geöffnet oder geschlossen ist, spricht man von:

  • Geringe Porosität: Die Schuppen sind ganz dicht am Haar, sodass Nährstoffe eingeschlossen werden.
  • Normale Porosität: Die Schuppen sind nur leicht geöffnet.
  • Hohe Porosität: Die Schuppen stehen weit ab und sind strapaziert, sodass schnell Feuchtigkeit eindringt und Nährstoffe schnell verlorengehen.
  • Gemischte Porosität: Gerade bei langen Haaren können unterschiedliche Porositäts-Typen auf dem Kopf auftreten. In den Spitzen kommt es häufiger zu einer hohen Porosität, während die Haare am Ansatz normale oder sogar geringe Porosität aufweisen.

Alle Haare sind gewissermaßen porös- nur unterscheidet man zwischen niedrig-, mittel- und hoch porösem Haar. Obwohl die Porosität vor allem genetisch bedingt ist, trifft letzteres aber vor allem auch auf kaputte, sehr splissige und chemisch behandelte Haare zu. Haare können also generell durch äußere Faktoren wie Chemie, Hitze oder Chlor poröser werden. Auch ist es ganz natürlich, dass unterschiedliche Porositäten bei einer Person auftreten, denn älteres Haar (Spitzen) ist natürlicherweise poröser als neues Haar (Ansatz).

2. Welche Tests kann ich machen?

Zusätzlich zum „Wasserglas-Test“, haben wir hier einige Fragen zusammengestellt, die dir helfen sollen deine Porosität herauszufinden.

Hohe Porosität:

  • Nimm eine Strähne zwischen deine Finger und fahre von unten (Spitzen) nach oben Richtung Kopfhaut (Ansatz). Fühlen sie sich uneben an?
  • Trocknen deine Haare tendenziell schnell?
  • Verknoten sich deine Locken schnell und du brauchst zum Entwirren relativ viel Conditioner?
  • Sind deine Haare eher Stumpf?
  • Sind deine Locken vorbelastet, durch z.B.. chemische Behandlung (Relaxer), öfter Hitzestyling oder viel Chlor-Einwirkung?
  • Brauchen deine Haare viel/mehr Feuchtigkeit? Wie du das raus bekommst, erfährst du am Ende des Artikels

Niedrige Porosität

  • Nimm eine Strähne zwischen deine Finger und fahre von unten (Spitzen) nach oben Richtung Kopfhaut (Ansatz). Fühlen sie sich glatt an?
  • Brauchen deine Haare eher lange um zu trocknen?
  • Ist dein Haar Protein empfindlich und benötigt mehr Feuchtigkeit?
  • Hast du schnell Produkt Build-Up ?
  • Produkte hinterlassen weiße Ablagerung auf dem Haar, da nicht alles davon vollständig einziehen kann?

Falls du bei allen Fragen weder ja noch nein sagen konntest, hast du wahrscheinlich normale Porosität. Bedeutet deine Schuppenschicht ist nur leicht geöffnet.

Bei der Frage der Porosität solltest du nicht in die extreme fallen, bedeutet das du dich durchaus auch in einer Zwischenstufe einordnen kannst. Eine exakte Aussage zur Porosität kann letztendlich nur eine wissenschaftliche Analyse zeigen. Deshalb hier nochmal ausdrücklich der Hinweis: diese Tests dienen lediglich zur Orientierung für dich

Proteine oder Feuchtigkeit? Was brauchen meine Haare

Reißtest:

Wenn du unter der Dusche stehst und deine Haare frisch gewaschen und komplett nass sind, nimmst du ein Haar und versuchst es in die Länge zu ziehen.

  • Falls es sehr schnell reißt, benötigt dein Haar Feuchtigkeit.
  • Falls es sich dehnen lässt und wieder in den Ursprungszustand zurückkehrt, hast du die richtige Balance erreicht.
  • Falls es sich endlos weit ziehen lässt und nicht wieder in den ursprünglichen Zustand zurückkehrt, dann hat dein Haar zu viel Feuchtigkeit und benötigt Proteine.

Dabei musst du zu Beginn ein bisschen üben, da du nicht zu stark reißen darfst. Mit der Zeit wirst du jedoch den Dreh raus haben :-). Irgendwann wirst du auch automatisch merken, ob deine Haare im Moment mehr Feuchtigkeit oder mehr Proteine brauchen


Sinnvolle Tipps zum Schutz deiner Locken vor der Sonne und dem Pool/Meer!

Angefangen bei den Produkten. Verwende am besten leichte Produkte – z.B. von Flora & Curl – gerne auch mehrere. Nach dem Shampoo und Conditioner, kannst du beispielsweise deinen Lieblings Leave-In verwenden, Curl Cream/Activator, Gloss und Gel. Das Ergebnis sind großartig definierte Locken. Ein möglicher Cast am besten nicht mit trockenen Händen auskneten, sondern mit ein wenig Öl in den Händen und wenn die Haare 100% trocken sind.

Hinweis: Der Effekt bei Lockengel ist folgender: Es enthält sogenannte Filmbildner. Diese sorgen dafür, dass das Gel erst eine weiche Konsistenz hat. Dadurch lässt es sich gut in den Haaren verteilen. Beim Trocknen härtet das Gel aus. Wenn du das Gel bei nassem Haar anwendest, umschließt es die einzelnen Strähnen und hilft den Haaren, die Bündelungen beizubehalten. So können die Locken beim Trocknen ihre Form beibehalten und erhalten dadurch mehr Sprungkraft. Gleichzeitig behalten sie durch den Schutz des Gelcasts ihre Feuchtigkeit.     

Weiter geht es mit der Wirkung. Deine Produkte wirken am besten auf nassem Haar, deshalb immer wieder zwischendurch mit Wasser besprühen.

Abschnitt für Abschnitt die Produkte „einbürsten“ und wo nötig mit den Fingern coilen.

 Hinweis: Gel mit wenig Glycerin sind am besten für die Sommerzeit, weil sie Feuchtigkeit absorbieren

Proteine sind gerade im Sommer wichtig (auch für die mit low porosity), da die hohe Luftfeuchtigkeit einen Feuchtigkeit Overload verursachen kann. Und eine Feuchtigkeit-Protein- Balance ist wichtig

Als guter Sonnenschutz dient neben Hüten, Tüchern und Protective Styles Jojoba Öl.

Praktischer Auffrischer für Zwischendurch ist die LOC Methode, mit einem kleinen Unterschied zur üblichen Methode. Benutze zum Mischen heißes Wasser, damit das Produkt – in diesem Fall dein Lieblings Condi – sich besser mit dem Wasser verbinden kann. Gebe also 2-3 Esslöffel Conditioner, ca. 3 Tropfen Öl und Wasser in eine Sprühflasche. Gut schütteln und zum Abkühlen stehen lassen. Et voilà!

  • Bereite deine Haare schon vor dem Urlaub auf Chlor etc. vor, indem du sie regelmäßig mit Feuchtigkeit versorgst.
  • Haare vor dem Schwimmen nass machen, so saugen sie weniger Chlorwasser auf.
  • Vor dem Schwimmen die Haare mit etwas Öl oder ein wenig reichhaltiger Spülung vorsichtig einreiben (z.B. reines Arganöl). Gib dem Öl schon vor dem Sprung ins Chlorwasser etwas Zeit, um richtig einzuziehen.
  • Um noch zusätzlich schädigende Reibung zu vermeiden, ist es gut, wenn du deine Haare für den Schwimmbad- oder Meerbesuch zu einem Zopf flechtest. Nutze unbedingt einen Haargummi ohne Metallklammer
  • Nach dem Baden solltest du die Haare gründlich waschen, um sie vom Chlor zu befreien. Es gibt sogar spezielle Tiefenreinigungs-Shampoos, die Chlorrückstände entfernen
  • Die Haarwäsche nach dem Kontakt mit chlorhaltigem Wasser sollte im besten Fall höchstens lauwarm, lieber sogar kalt, sein. So vermeidest du weitere Schäden.
  • Trage nach der Haarwäsche direkt eine Feuchtigkeitsspülung bzw. einen Conditioner auf und lasse diesen einwirken. Damit versorgst du die Haare schnell wieder mit Feuchtigkeit.

Tipp: Wenn du deine nassen/feuchten Haare zu einem Zopf hochbindest, lass den nicht zu lange drin. Ansonsten kann Schimmel entstehen. Auch wenn du in die Sonne gehst und meinst deine Haare so zu trocknen (im Zopf, nicht offen).

Nasse oder feuchte Haare, die zu lange zu einem Zopf zusammengebunden sind, können Schimmel bilden und als Folge brechen die Haare – vor allem in der Mitte – ab. Oder sogar größeren Schaden anrichten!

Verändere einfach mal die Position deines Zopfes oder mache aus einem, zwei oder drei Zöpfe. Und das Haargummi regelmäßig waschen oder auch wechseln.