Zuerst soll ein Mythos widerlegt werden: die eng anliegende Schuppenschicht ist keine Garantie für gesundes Haar. Es ist falsch, dass die Haare mit geringer Porosität keine spezielle Pflege brauchen. Jeder Haartyp hat konkrete Probleme, die für ihn charakteristisch sind. Die unangemessene Pflege kann den Zustand der Haare verschlechtern.

Hier erfährst du Wissenswertes über die Beschreibung, Pflege, passende Öle usw.

Beschreibung:

Das Haar hat eine dichte, glatte Textur, weil die Schuppenschicht am Haarschaft eng anliegt. Eine falsche Haarpflege kann jedoch zur Störung des Hydrolipidmantels und zur Schwächung der Haare führen. Es ist für die gering porösen Haare charakteristisch, dass sie sich schwer pflegen lassen, weil Nährstoffe aus der Kosmetik Probleme damit haben, in die inneren Haarstrukturen einzuziehen.

Die gering porösen Haarsträhnen trocknen sehr langsam, weil sie imstande sind, viel Wasser zu absorbieren (wenn es auch länger dauert das Wasser überhaupt zu absorbieren). Die Wassermoleküle werden unter den geschlossenen Haarschuppen gelagert. Das bedeutet jedoch nicht, dass diesem Haartyp keine Austrocknung bedroht – insbesondere die Haarspitzen sollen geschützt werden. Die Haare mit geringer Porosität brauchen meistens mehr Volumen und werden sehr einfach beschwert. Das Talgübermaß bewirkt, dass sie schnell fettig werden. Kopfschuppen kommen bei diesem Haartyp häufiger als bei anderen Haartypen vor.

Haare mit einer geringen Porosität mögen sehr gerne natürliche Pflanzenöle mit gesättigten Fettsäuren und „kleinen“ Molekülen. Ebenfalls eignen sich auch Shea-, Mango- oder Kakaobutter. Kleine Moleküle können problemlos die eng anliegende Schuppenschicht durchdringen und die Faserschicht erreichen.

Low Porosity hair

Zeichen:

  • deine Haare brauchen länger, um mit Wasser & natürlichen Ölen gesättigt zu werden
  • du brauchst Hitze/Wärme um den Conditioner optimal zu aktivieren
  • oft entsteht build-up – als weiße Ablagerung sichtbar
  • mehr Schuppen
  • deine Haare sind zu fettig oder zu trocken
  • du brauchst Ewigkeiten deine Haare Lufttrocknen zu lassen
  • du benötigst Produkte, die Feuchtigkeit an das Haar binden & halten

Pflege:

Die Haare mit geringer Porosität haben zum Glück viele Stärken: sie sind unempfindlich gegen Beschädigungen und werden infolge der Handhabungen nicht zu schnell strapaziert. Das sind die von Natur aus gesunden, starken, dicken und glanzvollen Haare. Sie verlangen keine so intensive Pflege wie die Haare mit hoher Porosität. In diesem Fall spielt die Menge der Haarpflegeprodukte keine große Rolle – es ist bestimmt besser, sich auf die Qualität der Produkte zu konzentrieren. Wie sollen also die Haare mit geringer Porosität gepflegt werden?

Proteine und Feuchtigkeit: Geringe Porosität sollte sich mehr auf Feuchtigkeit als auf Protein konzentrieren, denn die Haare haben bereits einen höheren Proteingehalt als hoch-poröses Haar.  Dünnes niedrig-poröses Haar verträgt jedoch mehr Protein (ca. wöchentlich) als dickes niedrig poröses Haar. Sehr dickes niedrig poröses Haar sollte Proteine sogar nur sehr selten benutzen (1-2 x/Monat) und vorwiegend Feuchtigkeit zuführen, da die Haare ansonsten trocken und stumpf werden können (vor allem bei 4C Haaren).

Das Shampoo für die Haare mit geringer Porosität soll hauptsächlich das Talgübermaß und den Schmutz aus der Haaroberfläche effektiv entfernen. Vermeide Shampoos mit SLS und Parabene. Sie könnten Reizungen und Allergien verursachen oder die Kopfhaut übermäßig austrocknen, was letztendlich zum stärkeren Fetten der Haare führt.

Wähle ein Shampoo, das natürliche Substanzen im Inhalt hat, das Funktionieren der Talgdrüsen normalisiert, die Haare kräftigt und am Haaransatz etwas anhebt. Ein solches Haarpflegeprodukt soll nicht nur reinigen, sondern auch Feuchtigkeit spenden. Suche nach Produkten, die Panthenol, Milchsäure oder Hyaluronsäure enthalten. Das richtige Shampoo verleiht den Haaren mit geringer Porosität mehr Elastizität, Geschmeidigkeit und Weichheit – infolgedessen lassen sie sich besser stylen.

Benutze Deep Conditioner mit feuchtigkeitsspendenden Mitteln wie z.B. Aloe Vera oder Honig um deine Haare zwischendurch mal ausgiebig zu hydrieren. Dabei eine Wärmekappe zu benutzen ist sehr empfehlenswert, da die Wärme die Cuticula öffnet, was das pflegende Produkt besser einziehen lässt. Es ist ebenfalls wichtig, mit Emollienten (Weichmacher) nicht zu übertreiben, weil sie die Haaroberfläche bekleben und beschweren könnten. In Bezug darauf sollten Haarspülungen mit Ölen vermieden werden – sie sind für Haare mit normaler und hoher Porosität geeignet


Kurze Zusammenfassung zum Haar

Das Haar wird grob in drei Schichten aufgeteilt:

  • Markkanal
  • Faserschicht
  • Schuppenschicht

Die Haarporosität bestimmt wie weit die Schuppenschicht geöffnet ist.

Die Cuticula (Schuppenschicht) besteht aus flachen übereinander greifenden Zellen. Sie schützt die Faserschicht vor Schädigungen und Feuchtigkeits- und Mineralverlust. Außerdem kann man anhand der Cuticula erkennen, welchen Gesundheitszustand das Haar hat. 

Der Cortex (Faserschicht) ist der Hauptbestandteil der Haare. Er macht ca. 80% des Haares aus und besteht aus parallel verlaufenden Keratinfasern. Der Cortex speichert nicht nur die Feuchtigkeit sondern gibt auch Aufschluss über die Beschaffenheit der Haarstruktur. Die Farbe, die Dicke und die Elastizität einzelner Haare.

Die Medulla (Haarmark) ist der Kern eines Haares und übernimmt keine wichtige Rolle.

Die Schichten des Haares

Fazit

Es ist von großem Vorteil, seine Porosität zu kennen, denn damit kann man einfach viel gezielter Ausschau nach Produkten mit den richtigen Zutaten halten und Konsistenzen besser einschätzen. Gleichzeitig geht es bei Porosität und allen Produkten, die jeweils zum Einsatz kommen, aber auch um die richtige Dosis und Anwendung. Man sagt manchmal zu voreilig „Ich kann keine Öle, Deep Conditioner oder Proteine verwenden“. Aber manchmal liegt das Problem nicht ausschließlich an der Zutat, sondern an der Dosis, Anwendung oder an der Reihenfolge. Niedrig poröses Haar benötigt in den meisten Fällen auch Conditioner und Öle, nur häufig in geringeren oder verdünnten Dosen, da das Haar einfach weniger aufnimmt und der Rest sich als Build – up ansammeln würde. 
– Nicht eine Methode wird allen gerecht werden. –
Manchmal macht es Sinn, Produkte in Wasser verdünnt, vor dem Waschen oder den Conditioner vor dem Shampoo, anstatt danach zu benutzen.
No curly hair regime fits all!

Manchmal vergisst man vor lauter Regeln, seine eigenen Regeln aufzustellen. Und genau das muss man tun, wenn man seine Haare auf sich angepasst pflegen möchte, um das bestmögliche Resultat zu erreichen – dabei geht es dann viel mehr darum, den eigenen Beobachtungen zu folgen und nach Gefühl zu handeln. Wie fühlt sich dieses Produkt mit dieser Zutat und dieser Anwendung an? Liefert es mir nach der Mühe das erhoffte Ergebnis, also schöne, gesunde Wellen/Locken/Krause? Oder sollte ich nach vielen wiederholten Fehlschlägen lieber nicht an diesem Produkt festhalten, sondern mit Neuem experimentieren? Dieses Gefühl zu entwickeln ist vor allem bei der Handhabung mit Feuchtigkeit und Proteinen wichtig, sodass jeder sein persönliches Gleichgewicht dafür finden kann, denn jeder braucht beides, nur in unterschiedlicher Proportion. Sogar extrem niedrig Poröse, die empfindlich auf zu viel Proteine reagieren, kommen nicht um die gelegentliche Reiswasser Behandlung herum –  auch wenn es in Ihrem Fall dann nur 1 x im Monat ist. Jedes Haar ist individuell. Folge nicht einfach Methoden, die bei anderen funktionieren, lass dich davon inspirieren und dann passe alles auf deine Bedürfnisse an – auch wenn du das 1×1 der Produktanwendung einfach ein wenig neu erfindest, sodass es zu dir passt 🙂


Po*ro*si*tät

Substantiv, feminin [die]

poröse Beschaffenheit

Ganz ehrlich, die richtige Lockenpflege für sich zu finden scheint wie eine Wissenschaft für sich. Schließlich gibt es einige unterschiedliche Multiplikatoren, die man berücksichtigen kann: und zusätzlich sollte, wie die Dichte, Dicke und der Lockentyp. Die Porosität gehört wohl aber, laut vieler Experten, noch vor allen anderen zu den wichtigsten Elementen.

Und tatsächlich – Die Porosität zu kennen kann eine kleine Welt für unsere Wellen, Locken und Krause eröffnen.

Oft – aber nicht immer! – haben die Lockentypen im 3c – 4c Bereich niedrige Porosität, während die 2 – 3b Lockentypen hohe Porosität haben. In diesem Beitrag möchten wir dir zeigen, was Porosität bedeutet und wie du sie feststellen kannst. Damit du a) die passenden Haarpflegeprodukte aussuchen kannst und b) die Pflegeroutine einfacher auf dich abstimmen kannst.

1. Was bedeutet Porosität eigentlich und welche Haarporosität Typen gibt es?

Porosität sagt aus, wie gut dein Haar Feuchtigkeit aufnehmen und speichern kann. Bei deiner Porosität handelt es sich um die Beschaffenheit/Beschreibung der Schuppenschicht, die dein einzelnes Haar umgibt.

Ein wichtiger Schritt, um die richtigen Lockenpflege-Produkte zu finden, ist die Bestimmung der Haarporosität. Dadurch erfahrt ihr, welche Pflegeroutine und Pflegeprodukte eure Haare brauchen. Mit der Haarporosität wird der Zustand der Schuppenschicht der Haare (Haarkutikula) beschrieben. Sie bestimmt, wie viel Feuchtigkeit das Haar aufnehmen und behalten kann.

Je nachdem, wie weit diese geöffnet oder geschlossen ist, spricht man von:

  • Geringe Porosität: Die Schuppen sind ganz dicht am Haar, sodass Nährstoffe eingeschlossen werden.
  • Normale Porosität: Die Schuppen sind nur leicht geöffnet.
  • Hohe Porosität: Die Schuppen stehen weit ab und sind strapaziert, sodass schnell Feuchtigkeit eindringt und Nährstoffe schnell verlorengehen.
  • Gemischte Porosität: Gerade bei langen Haaren können unterschiedliche Porositäts-Typen auf dem Kopf auftreten. In den Spitzen kommt es häufiger zu einer hohen Porosität, während die Haare am Ansatz normale oder sogar geringe Porosität aufweisen.

Alle Haare sind gewissermaßen porös- nur unterscheidet man zwischen niedrig-, mittel- und hoch porösem Haar. Obwohl die Porosität vor allem genetisch bedingt ist, trifft letzteres aber vor allem auch auf kaputte, sehr splissige und chemisch behandelte Haare zu. Haare können also generell durch äußere Faktoren wie Chemie, Hitze oder Chlor poröser werden. Auch ist es ganz natürlich, dass unterschiedliche Porositäten bei einer Person auftreten, denn älteres Haar (Spitzen) ist natürlicherweise poröser als neues Haar (Ansatz).

2. Welche Tests kann ich machen?

Zusätzlich zum „Wasserglas-Test“, haben wir hier einige Fragen zusammengestellt, die dir helfen sollen deine Porosität herauszufinden.

Hohe Porosität:

  • Nimm eine Strähne zwischen deine Finger und fahre von unten (Spitzen) nach oben Richtung Kopfhaut (Ansatz). Fühlen sie sich uneben an?
  • Trocknen deine Haare tendenziell schnell?
  • Verknoten sich deine Locken schnell und du brauchst zum Entwirren relativ viel Conditioner?
  • Sind deine Haare eher Stumpf?
  • Sind deine Locken vorbelastet, durch z.B.. chemische Behandlung (Relaxer), öfter Hitzestyling oder viel Chlor-Einwirkung?
  • Brauchen deine Haare viel/mehr Feuchtigkeit? Wie du das raus bekommst, erfährst du am Ende des Artikels

Niedrige Porosität

  • Nimm eine Strähne zwischen deine Finger und fahre von unten (Spitzen) nach oben Richtung Kopfhaut (Ansatz). Fühlen sie sich glatt an?
  • Brauchen deine Haare eher lange um zu trocknen?
  • Ist dein Haar Protein empfindlich und benötigt mehr Feuchtigkeit?
  • Hast du schnell Produkt Build-Up ?
  • Produkte hinterlassen weiße Ablagerung auf dem Haar, da nicht alles davon vollständig einziehen kann?

Falls du bei allen Fragen weder ja noch nein sagen konntest, hast du wahrscheinlich normale Porosität. Bedeutet deine Schuppenschicht ist nur leicht geöffnet.

Bei der Frage der Porosität solltest du nicht in die extreme fallen, bedeutet das du dich durchaus auch in einer Zwischenstufe einordnen kannst. Eine exakte Aussage zur Porosität kann letztendlich nur eine wissenschaftliche Analyse zeigen. Deshalb hier nochmal ausdrücklich der Hinweis: diese Tests dienen lediglich zur Orientierung für dich

Proteine oder Feuchtigkeit? Was brauchen meine Haare

Reißtest:

Wenn du unter der Dusche stehst und deine Haare frisch gewaschen und komplett nass sind, nimmst du ein Haar und versuchst es in die Länge zu ziehen.

  • Falls es sehr schnell reißt, benötigt dein Haar Feuchtigkeit.
  • Falls es sich dehnen lässt und wieder in den Ursprungszustand zurückkehrt, hast du die richtige Balance erreicht.
  • Falls es sich endlos weit ziehen lässt und nicht wieder in den ursprünglichen Zustand zurückkehrt, dann hat dein Haar zu viel Feuchtigkeit und benötigt Proteine.

Dabei musst du zu Beginn ein bisschen üben, da du nicht zu stark reißen darfst. Mit der Zeit wirst du jedoch den Dreh raus haben :-). Irgendwann wirst du auch automatisch merken, ob deine Haare im Moment mehr Feuchtigkeit oder mehr Proteine brauchen